Behälter

Es wurden verschiedene Behälter aus Ton, Holz, Bambus und Schlingpflanzen hergestellt. Besondere Bambus-, Rattan- und Baumarten wurden zu diesem Zweck in den nahegelegenen Wäldern angepflanzt. Aus Rattan und Bambus wurden mit sehr viel künstlerischem Geschick formschöne Behälter geflochten, die als Trag- und Vorratskörbe für Lebensmittel und Saatgut oder auch als Rucksack dienten. Tiere mit mythischer Bedeutung für die Dorfbewohner wurden häufig auf- Holz und Korbbehältern dargestellt. Das Verhalten und Wesen dieser Tiere wurde beobachtet und häufig erzählten sich Erwachsene Geschichten über deren Bedeutung.

Rattan- und Bambusbehälter gibt es in verschiedenen Größen und sie waren leicht zu tragen. Rucksäcke wurden für bestimmte Zwecke geflochten und häufig im Hinblick auf das Geschlecht und Alter des Trägers und die darin zu transportierenden Dinge gestaltet. Behälter aus Ton oder Holz weisen oft ein Muster auf, das entweder geschnitzt oder eingeritzt wurde. Sie wurden zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten wie Wasser und Reiswein verwendet. Die Sammlung umfasst zudem Behälter zur Aufbewahrung von Heuschrecken, Gewürzen oder Fleisch und zum Tragen von Mahlzeiten.

Text: Prof. Dr. Leah Abayao

Behälter für Saatgut

Bambusbehälter, der von Korbgewebe aus Rattan umschlossen ist. Mit Deckel und geflochtenem Griff. Einige Dörfer in Ifugao lagerten traditionell ihre Reissaat in Bambus- und Rattanbehältern. Verschiedene Reissorten wurden wie ein Saatgutbanksystem gelagert, sodass man wählen konnte, welche Sorte in Abhängigkeit von den Bedingungen während der jeweiligen Anbausaison auf den Feldern angebaut wird. Im Laufe der Zeit haben die Ifugao viele Reissorten angebaut und genau beobachtet, da diese Kenntnisse sehr wichtig für den traditionellen Reisanbau waren.

Agawin

Kleiner Rattanbehälter für das Sammeln von Schnecken. Frauen befestigten solche Behälter dabei an ihrem Gürtel.

Tupil

Fein geflochtener Rattanbehälter mit Deckel für den Transport von Mahlzeiten. In einigen Dörfern wurden solche Behälter auch verwendet, um Hülsenfrüchte zu lagern.

Uppig

Fein geflochtener Rattanbehälter mit Deckel für den Transport von Mahlzeiten.

Gampa

Kleines gampa der Ifugao, das als Tablett, z. B. für gekochte Süßkartoffeln oder Taro verwendet wird.

Schmuckdose

Kleiner, fein geflochtener Behälter mit Deckel. Er wurde verwendet, um Schmuckstücke, wie Ohrringe und Halsketten aufzubewahren. Bei den Ifugao werden Behälter dieser Art heute nur noch selten verwendet, da der traditionelle Schmuck nicht mehr hergestellt wird und allmählich durch andere Formen von Schmuck ersetzt wurde. Ähnliche Objekte werden jedoch noch gewoben und an Touristen verkauft.

Kopit

Kleiner Behälter aus Rattan. Körbe dieser Art wurden von Männern verwendet, um Tabak und andere persönliche Gegenstände aufzubewahren.

Ulbong or Orpfong

Geflochtener Behälter mit Deckel und Griff, der zur Aufbewahrung von geschältem und im Mörser zerstoßenem Reis verwendet wurde. Das Unterteil besteht aus einem einzigen, flachen Stück gewundenem Rattan. In die Außenseite des Behälters wurde die Darstellung einer Eidechse eingearbeitet. Vor der Einführung von Reisbehältern aus Kunststoff und Keramik besaß jeder Haushalt einen solchen Behälter, der den Reis vor unerwünschten Insekten schützte und Feuchtigkeit und Geschmack lange bewahrte. Haushalte lagerten zerstoßenen Reis so, um ihn stets kochfertig verfügbar zu haben.

Tongefäß

Tonbehälter mit Holzdeckel und Füßen. Die Verzierung mit geometrischen Mustern erinnert an die traditionellen Tätowierungen der Kalinga.

Holzgefäß

Holzbehälter, dessen Griff als sitzende, anthropomorphe Figur gestaltet ist.

Patiw

Gewürzbehälter der Ifugao, zum Beispiel für Chilli. In der Vergangenheit pflanzten viele Haushalte Chilli in ihren Gärten an. Es wird zerstoßen und roh zum Würzen von Fleischgerichten verwendet, insbesondere von Männern.

Umhängetasche

Eine kleine Umhängetasche aus Rattan, mit Abdeckung und Henkel.

Korb zum Vogelfang

Korbbehälter zum Vogelfang. In den Sommermonaten gehen viele Jungen aus Dörfern in die Berge und auf die Felder, um Vögel wie die bud‘ing- oder pfucheng-Reisfinken zu fangen. Sie verwenden Ruten mit klebrigem pu-ot-Pflanzensaft, etwa vom Jackfrucht-Baum, um die Vögel zu fangen.

Paheeng

Rattan-Rucksack, der dazu diente, auf langen Strecken, die meist per Fuß zurückgelegt wurden, Lasten flexibel tragen zu können. Solche Rucksäcke wurden auch zur Aufbewahrung und zum Transport von persönlichen Gegenständen und Proviant verwendet. Eine der zahlreichen verschiedenen Arten von Rucksäcken, die die Ifugao herstellten. Behälter dieser Art sind bei den Ifugao heute nicht mehr weit verbreitet, da sie inzwischen durch handelsübliche Stoff- und Lederrucksäcke ersetzt wurden. Korbflechter stellen sie jedoch noch zum Verkauf an Touristen her.

Buklut

Behälter für dudun oder chuchun, große essbare Heuschrecken. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fingen die Ifugao Heuschrecken. Es gab Fälle, in denen Schwärme von ihnen über die Reisfelder herfielen. In alter Zeit fürchteten die Ifugao, dass die dudun eine Hungernot verursachen könnten und wollten sie deshalb im Zaum halten. Solche Behälter werden nicht mehr hergestellt, da die dudun nicht selten geworden sind.

Behälter für Fleisch

Behälter aus Holz zur Aufbewahrung von Fleisch. Der Deckel wurde mit einer Echse verziert, die häufig in der Holzschnitzerei dargestellt wird. In einigen Dörfern der Ifugao unterscheidet man mehr als fünf verschiedene Arten von Echsen, die in den Häuser ihrer Umgebung leben. Der Behälter ist in Form einer Schildkröte geschnitzt. Vor dem 2. Weltkrieg wurde nur gelegentlich Fleisch gegessen, normalerweise anlässlich der wichtigen Rituale oder Feierlichkeiten oder, wenn Jäger mit Wild heimkehrten. Schweine- und Hühnerfleisch sind die bevorzugten Fleischsorten der Ifugao und Bontoc.

Paheeng

Gewebter Rucksack aus Rattan mit Deckel und Gurten. Er wurde hergestellt, um auf langen Strecken, die meist per Fuß zurückgelegt wurden, bequem Lasten tragen zu können. Er diente zur Aufbewahrung und zum Transport von persönlichen Gegenständen, Lebensmitteln und Kleidung. Taschen dieser Art sind bei den Ifugao nicht mehr weit verbreitet, da sie durch handelsübliche Stoff- und Lederrucksäcke ersetzt wurden. Heute werden solche Objekte hergestellt, um sie an Touristen zu verkaufen.

Hukup or Ho-op

Flacher Korbbehälter aus Rattan und Bambus. Von den Ifugao wurden solche Behälter für Lebensmittel, vor allem für gekochten Reis und Süßkartoffeln verwendet. Der Sammler gibt an, dass dieses Objekt verwendet wurde, um Malzeiten aus gekochtem Reis mit auf die Felder zu nehmen. Behälter dieser Art werden heute nur noch selten in Haushalten der Ifugao verwendet, da man sie durch Keramik-, Metall- oder Kunststoffgefäße ersetzt hat.

Ulbong or Orpfong

Geflochtener Behälter für die Lagerung von für rituelle Zwecke bestimmtem Reis.

Ulbong or Orpfong

Geflochtener Behälter zur Lagerung von geschältem oder im Mörser zerstoßenem Reis. Vor der Einführung von Reisbehältern aus Kunststoff besaß jeder Haushalt einen solchen Behälter. Er diente dazu, den Reis vor Schadinsekten zu schützen und bewahrte die gewünschte Feuchtigkeit und den Geschmack des Reises für lange Zeit. Haushalte lagerten zerstoßenen Reis um ihn jederzeit kochfertig verfügbar zu haben. Heute werden ähnliche Behälter in den Kordilleren gewebt und als feierliches Geschenk an frisch verheiratete Paare überreicht.

Malukung Behälter für Speisen

Holzbehälter für Sago aus Banaue, an beiden Seiten mit einem Schildkrötenkopf verziert. Der Sammler gab an, dass dieses Objekt aus dem 19. Jahrhundert stamme. Ähnliche Behälter wurden zur Lagerung von Lebensmitteln verwendet, die mit der hibak oder tuwali Kochmethode der Ifugao für Fleisch, Hülsenfrüchte und anderes Gemüse gekocht worden waren. Behälter dieser Art werden inzwischen nur noch selten in den Haushalten der Ifugao verwendet, da sie allmählich durch Keramik-, Glas- und Kunststoffbehälter ersetzt wurden. Bisweilen stellen heute Holzschnitzer solche Objekte her, um sie an Touristen zu verkaufen.