William P. Wilson (1844-1927)

William P. Wilson, Professor an der Universität von Pennsylvania, die Weltausstellung in Chicago und schlug die Schaffung eines dauerhaften Weltausstellungsmuseums über den Nutzen des internationalen Handels vor. Er kaufte einen Großteil der Ausstellungsstücke der Weltausstellung für ein neu zu gründendes „Commercial Museum“ in Philadelphia, das vier Jahre später eröffnet wurde. Der Zweck dieses Museums war ähnlich dem des von Graf von Linden in Stuttgart gegründeten Linden-Museums, das 1889 erstmals konzipiert und damals vom Württembergischen Verein für Handelsgeographie finanziert worden war. Wilson schlug von Linden bald eine Tauschbeziehung beider Häuser vor.Nach der Eroberung der Philippinen durch die USA ernannte die US-Regierung Wilson zusammen mit Gustav Niederlein zu Mitgliedern eines Kuratoriums zur Vorbereitung einer philippinischen Ausstellung für die Weltausstellung von 1904, die eine öffentliche Rechtfertigung für die „zivilisatorische Mission“ der Amerikaner auf den Philippinen liefern sollte. Sie zeigten Kordillerer und Mitglieder anderer indigener Gruppen in einer Völkerschau und ließen sie für die Besucher der Weltausstellung Rituale und Tänze aufführen. Wilson wurde zunächst zum Vorsitzenden des Kuratoriums ernannt, allerdings später wieder entlassen, da die Regierung nicht mit seiner Arbeit zufrieden war. Er konnte jedoch einige Ausstellungsstücke für sein Museum und seine Tauschpartner sichern, darunter auch für Graf von Linden.

Text: Dr. Georg Noack