Gustav Niederlein (1858-1924)

Gustav Niederlein wuchs in Deutschland auf, wanderte jedoch später nach Argentinien aus und war ein starker Fürsprecher des Kolonialismus. Er befürwortete die Ansiedlung von Deutschen in Argentinien, nahm an der „Wüstenkampagne“ (1870-1884) teil, die einheimische Kulturen in Patagonien zerstörte, um ihr Land weißen Siedlern zur Verfügung zu stellen, und warb als Kurator der argentinischen Ausstellungen auf den Weltausstellungen von 1889 und 1893 für europäische Siedlungen in Argentinien. Dies machte ihn zu einem begehrten Experten, der u. a. bei dem von William P. Wilson gegründeten Commercial Museum in Philadelphia und beim französischen Kolonialmuseum in Paris tätig war. Ab 1894 stand er mit dem Gründer des Linden-Museums, Graf von Linden, in Kontakt, der Interesse daran hatte, Objekte von Niederlein zu erwerben.Nach der Besetzung der Philippinen durch die USA beauftragte die US-Regierung Niederlein und Wilson damit, eine Philippinische Ausstellung für die Weltausstellung von 1904 vorzubereiten, die eine Rechtfertigung für die „zivilisatorische Mission“ der Amerikaner auf den Philippinen lieferte. Niederlein erreichte dies, indem er Mitglieder indigener Gruppen in einer Völkerschau ausstellte. Darunter waren auch Bewohner der Kordilleren, die „Kopfjagd“-Tänze und „grausame Rituale“ für die Besucher vorführen mussten. Später sandte Niederlein Graf von Linden einige ihrer Gegenstände und hoffte, dass von Linden ihn im Gegenzug für einen Orden des Königs von Württemberg empfehlen würde.

Text: Dr. Georg Noack

Appaki Halskette

Halskette, aus den Samen einer appaki genannten Pflanze. Solche Ketten wurden häufig in den Dörfern der Kordilleren getragen. In einigen Dörfern werden solche Ketten noch immer hergestellt um sie in Geschäften oder bei den jährlichen Kulturfestivals zu verkaufen. Moderne Halsketten und Taschen werden ebenfalls aus den appaki-Samen hergestellt.

Falfeg

Speer mit quadratischem Klingenzapfen im Schaft.

Falfeg or Falfog

Speer mit Metallspitze, die einen Widerhaken aufweist und wie ein Fischschwanz geformt ist. Es wurde ein Rattanring-Korbgeflecht verwendet, um den Schaft da zu verstärken, wo die quadratische Zunge verankert ist. Eine kegelförmige Eisenkappe am unteren Ende des Schaftes schützte den Speer, wenn er als Wanderstab verwendet wurde. Möglicherweise ein falfeg der Bontoc.

Inabnutan

Ifugao Männerrucksack, der auf langen Reisen und bei mehrtägigen Kopfjagden verwendet wurde. Bedeckt mit wasserabweisenden Pflanzenfasern als Regenschutz. Die Bontoc haben ähnliche Rucksäcke, die fangao genannt werden.

Inabnutan

Ifugao Männerrucksack, der auf langen Reisen und mehrtägigen Kopfjagden verwendet wurde. Bedeckt mit wasserabweisenden Pflanzenfasern als Regenschutz. Die Bontoc haben ähnliche, fangao genannte Rucksäcke. Möglicherweise für den Sammler neu hergestellt.

Kalasay

Holzschild, das bei kriegerischen Auseinandersetzungen verwendet wurde. Gewölbt, mit drei Spitzen oben sowie zwei Spitzen an der Unterseite. Auf Höhe des Ansatzes der Spitzen wurden Korbelemente aus Rattan eingearbeitet, um das Holz zusammenzuhalten. Geschnitzter Griff auf der Rückseite. Mit Patina.

Kalasay

Holzschild, das bei kriegerischen Auseinandersetzungen verwendet wurde. Gewölbt, mit drei Spitzen oben sowie zwei Spitzen an der Unterseite. Auf Höhe des Ansatzes der Spitzen wurden Korbelemente aus Rattan eingearbeitet, um das Holz zusammenzuhalten. Geschnitzter Griff; Patina. Auf der Rückseite des Schilds befindet sich ein Papierschild, das angibt, dass das Schild auf der Weltausstellung von 1904 in St. Louis ausgestellt war.

Kattagang

Kopfbedeckung der Kalinga aus gefärbten Pflanzenfasern. Die Gestaltung und Farbigkeit dieses Objekts ist charakteristisch für die Kalinga. Solche Kopfbedeckungen dienten Männern als Schmuck, aber auch zur Aufbewahrung von persönlichen Gegenständen oder Tabak. Sie wurden am Hinterkopf getragen und mit einem Band über die Stirn gesichert. Sie wurden oft getragen, wenn Männer in die Nachbardörfer gingen oder an Feierlichkeiten teilnahmen. Ähnliche Objekte sind in vielen Dörfern der Kalinga zu finden. Ältere Männer tragen solche Kopfbedeckungen noch heute bei Feierlichkeiten und zu besonderen Anlässen.

Panilipo

Speer mit Metallspitze, die wie ein Fischschwanz geformt ist. Es wurde ein Rattanring-Korbgeflecht verwendet, um den Schaft dort zu verstärken, wo die runde Zunge im Schaft verankert ist. Das untere Ende des Schaftes wurde durch Brandbomben beschädigt, die das Linden-Museum im 2. Weltkrieg trafen. Möglicherweise ein falfeg der Bontoc.

Panilipo

Speer mit Metallspitze, die wie ein Fischschwanz geformt ist. Ein Rattanring-Korbgeflecht verstärkt den Schaft dort, wo die Zunge im Schaft verankert ist. Das untere Ende des Schaftes wurde durch Brandbomben beschädigt, die das Linden-Museum im 2. Weltkrieg trafen. Möglicherweise ein falfeg der Bontoc.

Pinnang

Axt mit Metalleinfassung und Holzschaft.

Pinnang

Axt mit Rattaneinfassung und Holzschaft.

Suklong

Kopfbedeckung der Bontoc aus Pflanzenfasern. Solche Kopfbedeckungen dienten Männern als Schmuck, aber auch zur Aufbewahrung von persönlichen Gegenständen oder Tabak. Sie wurden am Hinterkopf getragen und mit einem Band über die Stirn gesichert. Solche Kopfbedeckungen gab es in vielen Formen im Bontoc-Kankanaey-Gebiet. Ältere Bontoc tragen Suklong noch bei Feierlichkeiten oder zu besonderen Anlässen.

Tangkil

Oberarmschmuck eines Mannes aus den Hauern eines Ebers. Mit Korbgeflecht und Rattanband. Männer tragen bei Feierlichkeiten und Ritualen, wie z. B. dem begnas-Ritual für den Reisanbau diese Oberarmschmuckelemente paarweise. Solche Objekte sind heute Familienerbstücke, da Materialien für die Herstellung nicht mehr verfügbar sind. Moderne Nachbildungen werden jedoch weit verbreitet bei Kulturfestivals getragen.

Tangkil

Oberarmschmuck eines Mannes, der aus den Hauern eines Ebers hergestellt wurde. Mit Korbgeflecht, Rattan und einigen daran befestigten Haarsträhnen. Männer tragen bei Feierlichkeiten und Ritualen wie dem begnas-Ritual für den Reisanbau ein Paar dieser Oberarmschmuckelemente. Solche Objekte sind heute meist wertvolle Familienerbstücke, da die Materialien für die Herstellung nicht mehr verfügbar sind. Moderne Nachbildungen werden jedoch häufig bei Kulturfestivals getragen.