Sammlungen und Sammler

Die Sammlungen aus den Kordilleren im Linden-Museum Stuttgart gehen im Wesentlichen auf drei Sammler zurück, lediglich zwölf einzelne Objekte stammen aus verschiedenen anderen Quellen. Die größte Gruppe von 87 Objekten, die hauptsächlich aus rituellen Gegenständen und einigen Kleidungs- und Schmuckstücken besteht, stammt von dem deutschen Journalisten und Sammler Christian Roll, der während der 1970er Jahre zu einer Zeit die Philippinen bereiste, als viele Bewohner der Kordilleren von evangelikalen Missionaren gedrängt wurden, sich von ihren „heidnischen“ Gegenständen zu trennen. Weitere 20 Gegenstände wurden dem Linden-Museum von Gustav Niederlein und William P. Wilson übergeben, den Kuratoren der Philippinen Ausstellung auf der Weltausstellung in St. Louis 1904.

 

Diese Gegenstände – größtenteils Waffen und andere Objekte, die mit der „Kopfjagd“ im Zusammenhang stehen könnten – wurden in St. Louis ausgestellt, um die Notwendigkeit der „zivilisatorischen Mission“ der Amerikaner auf den Philippinen zu untermauern.
Sie zeigen somit die Verstrickung des Linden-Museums in koloniale Projekte, auch wenn es sich in diesem Fall nicht um deutsche, sondern um amerikanische Projekte handelte. Wenige sehr alte Objekte stammen von den deutschen Sammlern Heinrich Spitz und Gustav Möricke, über die bisher wenig bekannt ist.

Text: Dr. Georg Noack