Nachhaltige Versorgung mit Lebensmitteln

Reis ist in den Kordilleren ein Lebensmittel von großer Bedeutung. Der Reisanbau war in den meisten Dörfern mit einer nachhaltigen Versorgung gleichzusetzen. In einigen Dörfern der Kordilleren lebte die besitzlose Schicht der Bevölkerung ersatzweise auch von Wurzelgemüse, wie z. B. Süßkartoffeln und Taro, die in Brandrodungsfarmen, Hausgärten oder entlang der Ränder der Reisterrassen angebaut wurden. Bei den Ifugao besaß nur die vermögende kadangyan-Schicht Reisfelder, die große Ernteerträge abwarfen. Die Ernte wurde jedoch auf traditionellen Festen mit den landlosen Dorfbewohnern geteilt. Folglich waren terrassenförmige Reisfelder ein wichtiges Zeichen von Wohlstand und hohem sozialem Stand. Der geerntete Reis wurde in den alang-Reisspeichern sowie in ulbong-Behältern gelagert.

Meist pflanzten und ernteten Frauen den Reis. Sie befassten sich zudem mit dem Aufbau und der Pflege von traditionellen „Saatgutbanken“ für die Reissorten, die dem Geschmack der einheimischen Bewohner entsprachen. Besondere Reissamen wurden in kleinen geflochtenen Behältern aus Rattan aufbewahrt. Häufig fand Handel mit dem Saatgut verschiedener Reissorten zwischen den Dörfern des Hochlands statt, und die Menschen lagerten verschiedene Reissorten, aus denen sie während der Anbausaison eine Auswahl treffen konnten. Einige Dörfer bauen noch immer mit Hilfe von Objekten, wie sie in dieser Sammlung zu finden sind, traditionelle Reissorten an und führen die charakteristischen Reisrituale durch.

Text: Prof. Dr. Leah Abayao

Behälter für Saatgut

Rattanbehälter mit Deckel und Griff. Er enthält noch Reste von Reissamen. In einigen Dörfern der Ifugao lagerte man Reissamen in Rattanbehältern, die eine natürliche Belüftung der Samen ermöglichten aber gleichzietig die gewünschte Feuchtigkeit und Qualität erhielten. Ausgesuchte Sorten von Reissamen wurden solchen Behältern aufbewahrt und in den Häusern wie ein Saatgutbanksystem gelagert, sodass man wählen konnte, welche Sorte in Abhängigkeit von den Bedingungen der Anbausaison auf den einzelnen Feldern angebaut wurde. Im Laufe der Zeit haben die Ifugao zahlreiche unterschiedliche Reissorten angebaut und beobachtet, da die genaue Kenntnis der Eigenschaften der unterschiedlichen Sorten für den traditionellen Reisanbau sehr wichtig war.

Behälter für Saatgut

Bambusbehälter, der von Korbgewebe aus Rattan umschlossen ist. Mit Deckel und geflochtenem Griff. Einige Dörfer in Ifugao lagerten traditionell ihre Reissaat in Bambus- und Rattanbehältern. Verschiedene Reissorten wurden wie ein Saatgutbanksystem gelagert, sodass man wählen konnte, welche Sorte in Abhängigkeit von den Bedingungen während der jeweiligen Anbausaison auf den Feldern angebaut wird. Im Laufe der Zeit haben die Ifugao viele Reissorten angebaut und genau beobachtet, da diese Kenntnisse sehr wichtig für den traditionellen Reisanbau waren.

Bul-ul

Hölzerne Bul-ul-Figur der Ifugao. Die Figur sitzt auf einem viereckigen Sockel. Der Sammler gab an, dass dieses Objekt aus dem Süden des Ifugao-Gebietes stammt und etwa vier Generationen lang verwendet wurde.

Bul-ul mit Haar

Männliche Bul-ul-Figur mit Menschenhaar auf dem Kopf und Schichten von Blut-Patina. In die Ohren wurden runde Löcher gearbeitet, auf die der mumbaki-Ritualpriester während der Ernterituale Reisähren legte. Der Sockel ist wie ein Reismörser der Ifugao geformt. Aus dem Westen des Ifugao-Gebietes.

Gampa

Kleines gampa der Ifugao, das als Tablett, z. B. für gekochte Süßkartoffeln oder Taro verwendet wird.

Miniatur Reismörser Luhong und Stößel Alu

Fein geschnitzter Miniatur-Reismörser mit Stößel aus Holz. Dies sind Werkzeuge der Ifugao, um geernteten und in der Sonne getrockneten Reis zu zerstoßen und zu schälen. Jedes Haus in der Ifugao-Gesellschaft besaß mindestens einen solchen Mörser. Es war üblich, dass man mehrere Stößel besaß, deren Größe und Gewicht je nach Alter des Benutzers variierte. Sie werden jedoch heute nur noch teilweise verwendet, da man begonnen hat, die Reismühlentechnologie kiskisan einzuführen.

Punamhan

Ein hölzerner Ritualkasten mit Deckel: Solche Kästen wurden von den Ifugao in Ritualen verwendet, die eine reiche Reisernte bewirken sollten. Der Kasten enthält Reste von pakhuy (ungeschältem Reis), momah (Betelnuss), geschnittene runo-Stängel (Chinaschilf), ein Steinamulett, ein kleines flaches Eisenstück (vielleicht Teil einer Klinge, die zur Reiseernte verwendet wurde) und getrocknete Bestandteile der Betel-Palme. Nach jedem durchgeführten Ritual wurden Reste der verwendeten Materialien in der Kiste zurückgelassen. Chinaschilfstängel dienten bei Heilungsritualen zum Herbeirufen von Seelen. In einigen Dörfern der Ifugao konnten Chinaschilfstängel aber in Ritualkästen auch verwendet werden, um die Anzahl von Schweinen zu erfassen, mit der die mit dem Ritualkasten verbundenen Reisfelder bezahlt worden waren.

Ulbong or Orpfong

Geflochtener Behälter zur Lagerung von geschältem oder im Mörser zerstoßenem Reis. Vor der Einführung von Reisbehältern aus Kunststoff besaß jeder Haushalt einen solchen Behälter. Er diente dazu, den Reis vor Schadinsekten zu schützen und bewahrte die gewünschte Feuchtigkeit und den Geschmack des Reises für lange Zeit. Haushalte lagerten zerstoßenen Reis um ihn jederzeit kochfertig verfügbar zu haben. Heute werden ähnliche Behälter in den Kordilleren gewebt und als feierliches Geschenk an frisch verheiratete Paare überreicht.

Ulbong or Orpfong

Geflochtener Behälter für die Lagerung von für rituelle Zwecke bestimmtem Reis.

Weibliche Skulptur

Fein geschnitzte Frauenskulptur aus Holz, die aus dem Norden des Ifugao-Gebietes stammt. Die Figur steht auf einem runden Sockel. Ein Teil des Sockels ist abgebrochen. Die Hände sind über der Brust gekreuzt.