Kopfjagd

Kopfjagd wurde im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit großem Interesse beschrieben. Voreingenommenen Interpretationen der Kopfjagd führten zu einer Beschreibung der indigenen Gruppen der Kordilleren und mitunter der Filipinos insgesamt als gewalttätige Stämme von Wilden. Da die Kopfjagd in Form eines Überraschungsangriffs erfolgte, sahen europäische und amerikanische Beobachter sie als heimtückische Handlung an. Sie schrieben nur wenig über den Zusammenhang der ritualisierten Kopfjagd mit der Kosmologie der Kordillerer und ihren Reisritualen. Die Kopfjagd geschah aus dem Wunsch heraus, den Geist von Feinden zu gewinnen und sie zu Verbündeten zu machen. Speere, Äxte, Schilder und Klingen waren die vorrangig in den Kordilleren verwendeten Waffen. Sie wurden mit ausgesuchtem Holz aus den Wäldern sowie mit Eisen, das von Händlern aus der benachbarten Ilocos-Region gekauft wurde, vor Ort hergestellt.

Bei der Art und Gestaltung der Waffen, die von den Bontoc, den Ifugao und anderen Gruppen der Kordilleren verwendet wurden, lassen sich große Ähnlichkeiten feststellen. Während der Weltausstellung in St. Louis im Jahre 1904 waren etwa 10 % der in einer Völkerschau Ausgestellten Filippinos Kordillerer (80 Bontoc, 25 Kankanaey und 18 Itneg), die mehrmals am Tag zu Aufführungen der „Kopfjagd der Igorot“ und des „Hundefests“ verpflichtet wurden. Einige dabei verwendeten Speere, Äxte und Schilder wurden dem Linden-Museum übergeben und sind nun Bestandteil der Sammlungen. Kopfjagd spielte außerdem eine wichtige Rolle im Widerstand der Kordillerer gegen die spanischen Kolonisatoren, die vergeblich versuchten, die Kordillerer in die philippinisch-spanische Kolonialstruktur zu integrieren. Kopfjagden wurden jedoch während des 20. Jahrhunderts allmählich eingestellt.

Text: Prof. Dr. Leah Abayao

Falfeg

Speer mit quadratischem Klingenzapfen im Schaft.

Falfeg or Falfog

Speer mit Metallspitze, die einen Widerhaken aufweist und wie ein Fischschwanz geformt ist. Es wurde ein Rattanring-Korbgeflecht verwendet, um den Schaft da zu verstärken, wo die quadratische Zunge verankert ist. Eine kegelförmige Eisenkappe am unteren Ende des Schaftes schützte den Speer, wenn er als Wanderstab verwendet wurde. Möglicherweise ein falfeg der Bontoc.

Fangkao

Speer mit lanzettförmiger Metallspitze. Der Speerkopf wurde im Holzschaft befestigt. Ein Rattanring-Korbgeflecht verstärkt den Schaft an der Stelle, wo die Spitze eingesetzt ist., Fast die Hälfte des Schafts wurde durch Brandbomben verbrannt, die das Linden-Museum im 2. Weltkrieg trafen.

Hip’ag

Anthropomorphe Figur aus Holz, die auf einem geschnitzten Sockel sitzt. Mit Patina. Figuren wie diese verkörpern die Kräfte der Hip‘ag-Kriegsgottheiten, die in Ritualen angerufen wurden, die im Zusammenhang mit Gewalt und damit kriegerischen Handlungen standen. Hip‘ag-Götter wurden auch häufig mit der Jagd, Zauberei und Heilung seltener Krankheiten in Verbindung gebracht. Hip‘ag konnten auch die Form von Tieren, wie z. B. Wildschweinen annehmen. Laut dem Sammler war dieses Objekt „mehrere Generationen“ alt, als er es erwarb.

Inabnutan

Ifugao Männerrucksack, der auf langen Reisen und bei mehrtägigen Kopfjagden verwendet wurde. Bedeckt mit wasserabweisenden Pflanzenfasern als Regenschutz. Die Bontoc haben ähnliche Rucksäcke, die fangao genannt werden.

Inabnutan

Ifugao Männerrucksack, der auf langen Reisen und mehrtägigen Kopfjagden verwendet wurde. Bedeckt mit wasserabweisenden Pflanzenfasern als Regenschutz. Die Bontoc haben ähnliche, fangao genannte Rucksäcke. Möglicherweise für den Sammler neu hergestellt.

Kalasag

Holzschild, das bei kriegerischen Auseinandersetzungen verwendet wurde. Gewölbt mit drei Spitzen oben sowie zwei an der Unterseite. Auf Höhe des Ansatzes der Spitzen wurden Elemente aus Rattan eingearbeitet, um das Holz zusammenzuhalten. Geschnitzter Griff auf der Rückseite. Die eingeritzten und geschwärzten Muster ähneln charakteristischen Tätowierungen der Kalinga-Krieger. Farbenfrohe Korbgeflechte wurden zur Gestaltung verwendet. Einige der Korbgeflechte sind abgenutzt.

Kalasay

Holzschild, das bei kriegerischen Auseinandersetzungen verwendet wurde. Gewölbt mit drei Spitzen oben sowie zwei Spitzen an der Unterseite. Auf Höhe des Ansatzes der Spitzen wurden Korbelemente aus Rattan eingearbeitet, um das Holz zusammenzuhalten. Geschnitzter Griff auf der Rückseite. Mit Patina.

Kalasay

Holzschild, das bei kriegerischen Auseinandersetzungen verwendet wurde. Gewölbt, mit drei Spitzen oben sowie zwei Spitzen an der Unterseite. Auf Höhe des Ansatzes der Spitzen wurden Korbelemente aus Rattan eingearbeitet, um das Holz zusammenzuhalten. Geschnitzter Griff auf der Rückseite. Mit Patina.

Kalasay

Holzschild, das bei kriegerischen Auseinandersetzungen verwendet wurde. Gewölbt, mit drei Spitzen oben sowie zwei Spitzen an der Unterseite. Auf Höhe des Ansatzes der Spitzen wurden Korbelemente aus Rattan eingearbeitet, um das Holz zusammenzuhalten. Geschnitzter Griff; Patina. Auf der Rückseite des Schilds befindet sich ein Papierschild, das angibt, dass das Schild auf der Weltausstellung von 1904 in St. Louis ausgestellt war.

Kalasay

Holzschild, gewölbt mit drei Spitzen oben sowie zwei Spitzen an der Unterseite. Korbelemente aus Rattan halten das Holz zusammen. Geschnitzter Griff auf der Rückseite. Dicke Patina. Laut Sammler aus dem 19. Jahrhundert.

Menschlicher Schädel

Schädel, der auf einem Holzbrett zusammen mit einer hölzernen Speerklinge und getrockneten Blättern befestigt ist.

Panilipo

Speer mit Metallspitze, die wie ein Fischschwanz geformt ist. Die Speerspitze wurde im Holzschaft befestigt. Ein Eisenring und Rattanring-Korbgeflecht verstärken den Schaft an der Stelle, wo die Spitze eingesetzt ist. Das untere Ende des Schaftes wurde durch Brandbomben verbrannt, die das Linden-Museum im 2. Weltkrieg trafen.

Panilipo

Speer mit rundem Klingenzapfen im Schaft.

Panilipo

Speer mit Metallspitze, die wie ein Fischschwanz geformt ist. Es wurde ein Rattanring-Korbgeflecht verwendet, um den Schaft dort zu verstärken, wo die runde Zunge im Schaft verankert ist. Das untere Ende des Schaftes wurde durch Brandbomben beschädigt, die das Linden-Museum im 2. Weltkrieg trafen. Möglicherweise ein falfeg der Bontoc.

Panilipo

Speer mit Metallspitze, die wie ein Fischschwanz geformt ist. Ein Rattanring-Korbgeflecht verstärkt den Schaft dort, wo die Zunge im Schaft verankert ist. Das untere Ende des Schaftes wurde durch Brandbomben beschädigt, die das Linden-Museum im 2. Weltkrieg trafen. Möglicherweise ein falfeg der Bontoc.

Pinnang

Axt mit Metalleinfassung und Holzschaft.

Pinnang

Axt mit Metalleinfassung und Holzschaft.

Pinnang

Axt mit Rattaneinfassung und Holzschaft.

Schild

Holzschild, das bei kriegerischen Auseinandersetzungen verwendet wurde. Gewölbt mit drei Spitzen oben sowie zwei Spitzen an der Unterseite. Sichtbare Zeichen des Zerfalls.

Sinalawitan

Speer mit gezackter Metallspitze. Ein Eisenring und Rattanring-Korbgeflecht verstärken den Schaft an der Stelle, wo die Spitze eingesetzt ist.

Speer

Dieser Speer könnte ein falgeg der Bontoc oder ein balabog der Ifugao sein, ein Jagdspeer mit quadratischer Klingenzunge zur Verankerung im Schaft. Es sind keine Unterlagen über die Vorgeschichte dieses Objekts vorhanden, bis auf die Information, dass der Speer 1953 erworben wurde.

Speerschaft

Schaft eines Holzspeers aus den philippinischen Kordilleren. Das untere Ende wurde durch Brandbomben verbrannt, die das Linden-Museum im 2. Weltkrieg trafen. Dieser Schaft gehörte ursprünglich zu einer Sammlung von elf Speeren, die unter derselben Nummer registriert war. Alle anderen scheinen während des 2. Weltkriegs zerstört worden zu sein.