Reisterrassen

Terrassenförmige Nassreisfelder wurden hauptsächlich angelegt, um sicherzustellen, dass immer hinreichend Reis als Lebensmittel verfügbar war. Er wurde bevorzugt, da er, verglichen mit Wurzelgemüse, länger gelagert werden kann. Der Reisanbau ermöglichte eine nachhaltige Versorgung mit Lebensmitteln und sein Beginn markierte einen Punkt in der Geschichte der philippinischen Kordilleren, an dem sich die Menschen in dauerhaften Siedlungen und Dörfern niederließen. Reis wurde in mehr als 100 Sorten angebaut und jede Volksgruppe entwickelte ihre eigene charakteristische Reiskultur. Diese zeigt sich auch in den Gegenständen, die sie mit Hilfe von Rohstoffen aus den Wäldern herstellten. Obwohl das Anlegen von Reisterrassen von allen Volksgruppen in den Kordilleren praktiziert wird, erregten insbesondere die Terrassen der Ifugao zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Aufmerksamkeit ausländischer Reisender und Forscher.

Ihre Berichte und Fotos beschreiben eindrucksvoll die Terrassen der Ifugao, die 1995 in die Liste der Stätten des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde. Diese Reisterrassen wurden von den Vorfahren der heutigen Ifugao über viele Generationen angelegt und ihre Geschichte findet sich in ihren Reisritualen und der Ahnenverehrung wieder. Reisterrassen sind Besitztümer von größter Bedeutung, da sie die höchsten Erträge von allen Ländereien liefern. In der Vergangenheit war der Reisanbau mit ritualisierter Kopfjagd verbunden, die in den Kordilleren praktiziert wurde um mit den mystischen Welten der Ahnengeister in Kontakt zu treten und einen hohen Reisertrag zu erzielen. Heute führen die Kordillerer keine Kopfjagden mehr durch; in modernen Ritualen werden jedoch oft erfolgreiche Kopfjagden der Vergangenheit durch Erzählungen vergegenwärtigt.

Text: Prof. Dr. Leah Abayao