Häuser

Traditionelle Häuser in den Kordilleren verfügen über einen für viele Zwecke genutzten Wohnbereich und eine Feuerstelle. Bei den Ifugao wurden Häuser so konstruiert, dass sie abgebaut und an einem anderen Ort wieder aufgebaut werden konnten. Die Geschichte eines Hauses trug zu seiner Wertschätzung bei: So war bedeutsam wo Holz und andere Bestandteile herstammten, wie das Haus errichtet worden war und wer es erbaut hatte. Häuser wurden aus bestimmten, ausgewählten Holzsorten gebaut. Die vermögende Schicht bevorzugte das kostbare narra-Holz. Bei den Ifugao und Bontoc gestaltete man die Pfosten einiger Häuser als anthropomorphe Skulpturen, wie z. B. die tinagtagu der Bontoc und die kinabbigat der Ifugao, die ebenfalls zu dieser Sammlung gehören.

Heute leben nur noch wenige Familien in traditionellen Häusern aus Holz mit Grasdächern, die entweder zwischen den Reisterrassen gebaut wurden oder sich in einem Gebiet in der Nähe der Terrassen ballen. Viele Häuser wurden umgebaut, indem das Grasdach durch Wellblech ersetzt wurde, da hochwertiges Gras nur schwer zu beschaffen war. Nachdem die Dörfer im Laufe der Zeit fortwährenden Veränderungen unterworfen waren, leben die meisten Menschen inzwischen in Häusern aus Holz, Metall und Zement. Neue Häuser fügen sich mühelos in die sich kontinuierlich weiterentwickelnden Formen des Dorflebens in den Kordilleren ein.

Text: Prof. Dr. Leah Abayao

Skulptur

Holzfigur, die eine Frau darstellt. Mit Patina. Der Sammler gab an, dass sie ein als Ahnenfigur gestalteter Hauspfahl ist und von den Bontoc stammt.

Kinabbigat

Weibliche Holzfigur mit am Unterteil befestigten Hühnerfedern. Mit Patina. In einigen Dörfern im Zentrum des Ifugao-Gebietes bewahrte die vermögende Klasse, die die imbayah-Rituale durchführte um das Wohl des Dorfes zu sichern, solche Figuren in ihren Häusern auf. Die Figur wurde verwendet, um das Dach des Wohnhauses zu stützen. Der Begriff kinabbigat ist vermutlich von kabbigat abgeleitet, einem Gott, der als Spender des Reises galt.

Männliche Skulptur

Anthropomorphe Figur mit deutlich herausgearbeiteten männlichen Geschlechtsorganen. Der Sammler notierte, dass diese Figur über den Schlafstätten der Bontoc aufgehängt wurde.

Darstellung einer rituellen Handlung

Fünfteiliges Set aus Miniaturobjekten (mumbaki-Ritualpriester, Reisweinkrug, Ritualkiste, Schwein, Reisweinschüssel), eine rituelle Handlung darstellend. Rituale wurden häufig im Wohnhaus oder im Außenbereich von Häusern der Ifugao durchgeführt. Dieses Set zeigt einen Ritualpriester, der neben dem für das Ritual benötigten Material sitzt. Priester saßen bei der Durchführung von Ritualen mehrere Stunden lang und wechseln sich beim Rezitieren der rituellen Mythen ab.

Miniatur Reismörser Luhong und Stößel Alu

Fein geschnitzter Miniatur-Reismörser mit Stößel aus Holz. Dies sind Werkzeuge der Ifugao, um geernteten und in der Sonne getrockneten Reis zu zerstoßen und zu schälen. Jedes Haus in der Ifugao-Gesellschaft besaß mindestens einen solchen Mörser. Es war üblich, dass man mehrere Stößel besaß, deren Größe und Gewicht je nach Alter des Benutzers variierte. Sie werden jedoch heute nur noch teilweise verwendet, da man begonnen hat, die Reismühlentechnologie kiskisan einzuführen.

Modelhaus

Modell eines Wohnhauses im Stil der Dörfer im Zentrum des Ifugao-Gebietes. Holzstruktur mit Strohdach aus Silberhaargras. Es kann in seine Bestandteile zerlegt und wieder zusammengebaut werden, wie es auch bei einem echten Haus der Ifugao der Fall ist. Die tuod- oder tukod-Pfähle zeigen, dass das Haus auf Baumstämmen mit abgeschnittenen Wurzeln errichtet wurde. Dieses Modell zeigt zudem die dicken lidi-Scheiben, die auf das obere Ende aller vier Pfähle gesetzt wurden um zu verhindern, dass Ratten in das Haus gelangen. Das Modell beinhaltet darüber hinaus einen aus Holz geschnitzten Miniatur-Reismörser mit Stößel, der einen wichtigen Gegenstand in Häusern der Ifugao darstellt und ein fünfteiliges Set von Miniaturobjekten (mumbaki-Ritualpriester, Reisweinkrug, Ritualkiste, Schwein, Reisweinschüssel) ist ebenfalls enthalten.

Anthropomorphe Figur

Anthropomorphe Figur aus Holz mit gebeugten Knien. Mit Patina. Der Sammler bezeichnete dieses Objekt als „Ahnenfigur huguhug“. Huguhug bezeichnet jedoch den Stein über der Feuerstelle, der zum Trocknen von Feuerholz und Reis oder Samen verwendet wird. Die Figur erinnert an die den kinabbigat-Holzfiguren einiger Dörfer im Zentrum des Ifugao-Gebietes. Dort verwendete die vermögende Klasse kinabbigat in ihren Häusern um das Dach zu stützen. Der Begriff kinabbigat ist vermutlich von kabbigat abgeleitet, einem Gott, der als Spender des Reises galt.

Weibliche Skulptur

Fein geschnitzte Frauenskulptur aus Holz, die aus dem Norden des Ifugao-Gebietes stammt. Die Figur steht auf einem runden Sockel. Ein Teil des Sockels ist abgebrochen. Die Hände sind über der Brust gekreuzt.